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Historische Gaststätte - Zum roten Löwen

Historische Gaststätte "Zum Roten Löwen" (Hans Greschek-1969) über das Alter dieses Renaissancegebäudes gibt es keine genauen Angaben. Es wurde wahrscheinlich um 1535 erbaut.

Im Jahre 1569 hörte man das 1. Mal von diesem Gasthaus. Jedoch trugen das Restaurant und Hotel damals den Namen "Goldener Löwe". Sein Besitzer hieß Veit Gayen. Der "Rote Löwe" besaß, wie früher üblich, neben der selbstverständlichen Schankberechtigung, auch die Erlaubnis Bier zu brauen.

Ab dem Jahre 1797 kann die permanente Reihenfolge der Inhaber verfolgt werden. Der Gastwirt Sperling war von 1894 bis 1925 der Besitzer.

Am 7. April 1927 wechselte der Besitz von Oswin Kretzschmar zu Edgar Krimse. Gegen den Letzteren wurde 1938 ein Verfahren, betreffs Unfähigkeit zum Betreiben einer Gaststätte, vom Landrat in Merseburg eingeleitet. Um der Entziehung seiner Konzession zu entgehen, erklärte er sich zum Verkauf der Gastwirtschaft bereit. Edgar Krimse verkaufte am 2. Mai 1938 seinen Grundbesitz (Wilhelmstr. 9) und das zum Gasthof gehörige Inventar zu einer Kaufsumme von 80 000 RM. Der "Rote Löwe" wurde nach Beschluss der Ratssitzung vom 25. April 1938 von der Stadt Lützen für einen Kaufpreis von 86 254, 15 Mark erworben.

Die "Halleschen Nachrichten" vom 07. Mai 1938 berichteten folgendermaßen:

Historische Gaststätte verkauft
Die Stadt hat den Gasthof "Roter Löwe" käuflich erworben. Das historische Haus soll erneuert, erweitert und teilweise umgebaut werden. Man nimmt an, dass der "Rote Löwe" schon 400 Jahre steht. Das Gebäude hat mehrere Feuersbrünste überstanden, und auch in den schweren Zeiten des 30-jährigen Krieges hat es sich gehalten. Alljährlich findet am 06. November im Anschluss an die deutsch - schwedische Feier in der Kapelle eine Gedenkfeier im "Roten Löwen" statt.

Auf Anordnung des Innenreichsministers Dr. Frick wurde in Lützen ein deutsches Gustav - Adolf - Nationaldenkmal geschaffen. Da für Feierlichkeiten keine ausreichenden Gasträume und Unterbringungsmöglichkeiten zu Verfügung standen, kam es zu einem Umbau des "Roten Löwen", der nach Wunsch des Ministers - bereits bis zum 06. November 1938 vollendet sein sollte.

Das Gasthaus wurde nach Vorschlägen und Plänen des Architekten von Walthausen in Merseburg, auf Kosten des Reiches bzw. des Ausschusses für das Nationaldenkmal in Lützen, renoviert und umgebaut. Die Gesamtkosten wurden auf 135.000 RM geschätzt, jedoch beliefen sich die tatsächlich entstandenen Kosten auf 131.075,77 RM.

Roter Löwe, Lützen Roter Löwe, an der B87

Bei der Renovierung nahm man Rücksicht auf die historische Vergangenheit des Hauses, trotzdem fielen auch die Neugestaltungen zur allgemeinen Zufriedenheit aus.
Nach dem Umbau wurde das Gasthaus am 15. Juli 1939 von Kurt Etzold eröffnet.


Um alle Arbeiten am Hause und dessen Ausstattung begleichen zu können, musste man 1942 aus dem Vermögen der Stiftung 21 000 RM als Darlehen entnehmen. Im Jahre 1943 wurde ein weiteres Darlehen zur Deckung der Hauszinssteuer von 5.000 RM entnommen, da die Mittel nicht im Haushaltsplan vorhanden waren.
Auch noch eine Hypothekeneintragung zu Lasten des Grundstückes in Höhe von 81.555 DM trugen die unselbstständigen Stiftungen, welche von der Stadt verwaltet werden.

Die Summe teilte sich folgendermaßen auf:

Martzsch - Stiftung 32 400 DM
Ursinus - Stiftung 955 DM
Rauffus - Stiftung 6 900 DM
Günther - Stiftung 13 000 DM
Weidemann - Stiftung 19 900 DM
Grabpflege - Stiftung 8 400 DM

Im Jahr 1949 war eine hypothekarische Sicherung nötig, da das Grundstück in das Kommunale Wirtschaftsunternehmen (KWU) überging.

Bis September 1948 pachtete Kurt Etzold das Hotel, ihm folgten die Pächter Kühne und Windmöll. Betriebsleiter war bis April 1951 Gustav Bennemann. Ab 01. Mai 1951 übernahm die Handelsorganisation (HO) die Leitung als "Haus der Freundschaft". Ab August 1956 wurde es als Haus der Freien Deutschen Jugend (FDJ) als "Jugendclubhaus Freundschaft" bezeichnet.

Im Jahre 1999 hatte man den "Roten Löwen" kurzzeitig für eine Komplettrenovierung geschlossen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie immer zieht der historische Gasthof hungrige Menschen magisch an.

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