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Die Schlacht bei Lützen

Schlacht bei Lützen Eingebettet in den 30-jährigen Krieg, der verursacht wurde durch den religiösen Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten und in der Furcht vor der steigenden Macht des Hauses Habsburg, liegt die große Schlacht bei Lützen. Die Stadt und das Amt Weissenfels hatten vor dem Jahre 1631 keine direkten Kriegseinwirkungen. Am 08. September 1631 besetzten erstmals kaiserlich - katholische Truppen die Stadt. Da Plünderungen folgten, stellte der Feldherr Tilly am 12. September 1631 einen Schutzbrief aus, der die Stadt vor allem übergriffen und Brandschatzungen des kaiserlichen Heeres schützen sollte.

Am 11. November 1632 kam es zur Besetzung Weissenfels durch Wallensteins Truppen. Der Feldherr logierte im Gasthof "Zum Schützen" in der Nikolaistrasse. Dort tagte auch der Kriegsrat, an dem hohe kaiserliche Generale teilnahmen. Wallenstein beschloss in Leipzig Winterquartier zu nehmen und die Truppen Pappenheims zur Besetzung der Moritzburg nach Halle zu schicken.

Beim Abzug der kaiserlichen Truppen wurden Teile der Burg und des Amtshauses mit allen Akten "ins Feuer gesetzet und totaliter zu Aschen gemachet". Von der Trennung der kaiserlichen Truppen hatte Gustav II. Adolf erfahren und hielt diese Gelegenheit günstig für eine Schlacht. Am 15. November brach er deshalb von Naumburg auf, zog an Weissenfels vorbei nach Lützen. Wallenstein erfuhr von Anmarsch der Schweden und nahm Quartier im Schloss der kleinen Stadt Lützen.

An Pappenheim hatte er zuvor depeschiert:

Order Wallensteins an Pappenheim vom Vorabend der Schlacht vom Blut Pappenheims getränkt
"Der Feind marchirt hereinwahrts, der Herr lasse alles stehn und liegen un incaminire sich herzu mitt allem volk und stücken auf das er morgen fru bey uns sich befündet. Ich verbleibe hiermitt des Herrn dienstwilliger A. H. z. M. (Albrecht, Herzog zu Mecklemburg)"
Lützen, d. 15. Nov. 1632

Eigentlich wollte Gustav II. Adolf den Feind in seinen Quartieren überraschen. Da die Wege schlecht waren, Scharmützel mit den zurückgelassenen Truppen Wallensteins und die Dunkelheit hereinbrach, gelang ihm dieses nicht.

So blieben die Schweden "in einer Meile Entfernung von Lützen" unter Waffen. In der Nacht zum 16. wurden die kaiserlichen Regimenter in Gefechtsstellung gebracht.

"Endlich erschien der gefürchtete Morgen. Aber ein undurchdringlicher Nebel, der über das ganze Schlachtfeld verbreitet liegt, verzögert den Angriff noch bis zur Mittagsstunde. Vor der Front kniend hält der König seine Andacht. Die ganze Armee, auf die Knie hingestürzt, stimmt zu gleicher Zeit ein rührendes Lied an, und die Feldmusik begleitet den Gesang.
Dann steigt der König zu Pferde und bloß mit einem ledernen Koller und einem Tuchrock bekleidet - eine vormals empfangene Wunde erlaubt Ihm nicht mehr, den Harnisch zu tragen -, durchreitet er die Glieder, den Mut der Truppen zu einer frohen Zuversicht zu entflamme, die sein eigener ahnungsloser Busen verleugnet. "Gott mit uns!" war das Wort der Schweden. Das der Kaiserlichen: "Jesus Maria!".
Gegen elf Uhr fängt der Nebel an, sich zu zerteilen, und der Feind wird sichtbar. Zugleich sieht man Lützen in Flammen stehen, auf Befehl des Herzogs in Brand gesteckt, damit er von dieser Seite nicht überflügelt würde. Jetzt tönt die Losung, die Reiterei sprengt gegen den Feind, und das Fußvolk ist im Anmarsch gegen die Gräben."
Aus: Friedrich v. Schiller "Geschichte des Dreißigjährigen Krieges".

Was nun begann, wurde von vielen beschrieben, von Historikern beleuchtet, in Dioramen nachgestellt. Zirka sechs Stunden dauerte die Schlacht bei Lützen. Wallensteins kaiserliche Truppen wurden geschlagen, aber der König der Schweden war tot. Der gefallene König Gustav II. Adolf bedeutete einen unersetzlichen Verlust für die protestantische Seite, sowohl politisch wie militärisch. Aber niemand hat sich wohl jemals gefragt, welche Auswirkungen die Schlacht für die Bevölkerung hatte.


Ein Bericht des damaligen Pfarrer Stockmann verdeutlicht uns die Lage der Menschen:

"Gut, Kleidung, Vorrath, Haus, Scheunen, Mühlen, Ross und Kinder, ja auch guthen Teil die Saat im Felde ist weg, wer erbarmet sich unserer? Wer hilft uns? Wer baut uns auf? Wer schafft Herberge, Essen, Trinken, Kleider, Pferd und Samen, das Feld als einzige Nahrung des Ortes zu bestellen? Unter so vielen todten Körpern, die man stündlich besuchet, unter so vielen Verwundeten und gequetschten, die man alle Augenblicke reucht, bey so grossen Mangel aller Dinge, welchen man ohne auffhören spührte ..."

Nur schwer konnte sich das total verwüstete Städtchen erholen. Die Jahre bis zum Ende des großen Krieges waren geprägt von ständig wechselnden Besatzungen und Durchzügen. Die Leidtragenden dabei waren die Bevölkerungen in Stadt und Land. Die Arbeitsergebnisse der bäuerlichen Bevölkerung waren die direkte Quelle der Unterhaltung eines Söldnerheeres. Waren Soldaten in Anmarsch, brachten Frauen und Kinder sich und das Vieh in vorbereitete Verstecke. Ein deutsches Kinderlied weiß von den ängsten zu berichten:

"Die Schweden sind gekommen,
haben alles mitgenommen,
habens Fenster eingeschlagen,
habens Blei davon getragen,
haben Kugeln draus gegossen,
und die Bauern tot geschossen..."

(F. M. Böhme)

Die Folge von Plünderungen und Verwüstungen waren Hungersnöte. Viele starben an der Pest oder anderen Seuchen, die sich auf Grund des Krieges rasch ausbreiteten. Am 14. Oktober 1648 wurde der Vertrag, der dem langen schrecklichen Krieg ein Ende setzte unterzeichnet.

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